Weihnachtstour Petrila 2017

Liebe Freunde,
nach einer guten Woche in Rumänien, bin ich inzwischen wieder zurück in Deutschland.

Seit vielen Jahren schon darf ich das Weihnachtsfest zusammen mit Kindern aus dem Kinderhaus in Petrila erleben. Am Vortag des Heiligen Abend treffen wir uns zur Feierstunde im Projekt. Ghita, der rumänische Leiter, die Teamkinder und ich haben den Saal vorbereitet und erwarten das Eintreffen der Kinder.

Diese sind natürlich heute besonders pünktlich und bringen auch ihre Eltern mit. Ghita eröffnet die Feier und nach einigen Liedern beginnt das Programm. Die Kinder beginnen das Spiel an der Stelle, wo der Engel Maria verkündet, dass sie den Heiland der Welt gebären wird. Maria bekräftigt ihre Bereitschaft, Teil von Gottes Plan zu werden. Gottes Plan, uns nahe zu kommen ist auch heute aktuell.

Ich merke, wie meine Gedanken abschweifen und denke an all die beschäftigten und gehetzten Menschen der letzten Wochen. Was wäre wenn ihnen ein Engel begegnete? Dann kommen die Hirten zur Krippe, den Ort, den Gott ausgewählt hat und passend fand, um dir und mir zu begegnen. Den Ort, der eine zentrale Stellung in unserem Leben einnehmen sollte und mir fällt die Situation der Stadt Petrila als trauriges Beispiel für das Leben vieler Menschen ein. 

Bislang gab es im Park, im Zentrum der Stadt einen kleinen Weihnachtsmarkt, in dessen Mitte eine Krippe, Maria, Joseph und das Kind stand. In diesem Jahr finde ich die Krippe und all ihre Figuren nicht mehr. An ihrer Stelle steht ein
Schlitten, von Rentieren gezogen, auf dem ein Weihnachtsmann sitzt. Wo aber ist die Krippe? Hat sie kein Platz mehr in einem Land, dass sich christlich nennt, in einer Stadt, wo zu mindestens der Vizebürgermeister Christ ist. Und in meinem Leben, wo steht da die Krippe, wo ist da dieser Gott, der mir nahe kommen will???

Das Spiel der Kinder geht zu Ende, im Schlussbild gruppieren sich die Hirten, Könige und Engel um die Krippe. Maria und Joseph strahlen und selbst die Puppe, auf die sie schauen scheint zu lächeln und sich zu freuen, dass sie im Zentrum steht. Das Bild strahlt Frieden aus und ich nehme es mit, in die nächsten Tage hinein. Mit, auf alle Besuche und Begegnungen. Dabei finde ich die Krippe von Petrila doch noch, sie musste in einen anderen Park umziehen. Dort steht sie nun, ganz am Rande der Stadt, dort, wo nur wenige Menschen hinkommen und ich verstehe, warum heute für manche Menschen Weihnachten eher eine Last ist, als ein Fest der Freude. Es sind vielleicht Menschen, die vergessen haben, worauf es ankommt und mir wird klar, wie wichtig es auch heute noch ist, die Frohe Botschaft zu verkünden und ich denke an das Krippenspiel der Kinder aus dem Projekt und ihre Freude, als sich alle um das KIND versammelten. Ich
wünsche mir, dass sie etwas von dieser Botschaft verstanden haben und ich freue mich auf den Heilig Abend, wo ich gemeinsam mit diesen Kindern genau diese Botschaft von Haustür zu Haustür bringen darf.

Tage später sitze ich im Auto und bin auf der Heimfahrt, noch immer trage ich das Bild von der Krippe und die Botschaft der Kinder in mir. Friede erfüllt mein Herz und ich freue mich schon, auf das, was die nächste Zeit und das neue Jahr, bringen wird. Bin ich doch gewiss, dass Gott mir  immer wieder nahe kommt und mich mit SEINEM Frieden begleitet.

Dieser Friede möge auch euch durch das neue Jahr hindurch begleiten. Vielen Dank allen, die zu
dieser Tour beigetragen haben. Seid gesegnet und herzlich gegrüßt,
Wolfgang.

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